Wissen ist gut, Weisheit ist ganz was Anderes

Weisheit zu beschreiben, daran sind schon große Philosophen gescheitert. Ich probiere es trotzdem zumindest aus meiner Sicht, einfach weil es sein muss.

 

Das, was mich so an der Weisheit fasziniert, ist ja, dass sie jeder Mensch in sich trägt. Ich weiß schon, da fallen einem gleich auf Anhieb mindestens eine Handvoll Leute ein, auf die das beim besten Willen und ganz definitiv nicht zutreffen kann. Der Autofahrer, der wie bescheuert überholt, die Arbeitskollegin oder sehr gerne auch der Partner. Trotzdem stimmt’s: Tief drin hat jeder Mensch eine ordentliche Portion Weisheit in sich. Auch der eine Politiker, an den du jetzt vielleicht gerade denkst, und auch seine Wähler. Die Frage ist nur, ob der Einzelne auch Zugang dazu hat.


Weisheit lässt sich nicht vermitteln. Nur finden.

Jetzt könnte man sich wünschen, dass diejenigen, die ja so offensichtlich kein Fünkchen Weisheit zeigen, endlich ihren Zugang dazu finden. Denn dann wäre die Welt endlich, endlich in Ordnung und alles wäre gut. Man kann sogar sein ganzes Leben damit verbringen, sich über die dummen Anderen zu ärgern oder sie sogar "bekehren" zu wollen. Nur hilft das genau gar nichts. Denn ob irgendjemand Zugang zu seiner eigenen Weisheit findet oder nicht, das kann niemand beeinflussen, außer er selbst. Und ich für mich. Und du für dich. Weisheit lässt sich nämlich nicht manipulieren, Das Einzige, worauf man hoffen könnte, ist, dass zumindest der Wille zur Weisheit ein bisschen ansteckend ist. Also fange ich lieber bei mir selbst an. Und du bei dir. Dann brauchen sich wenigstens die Anderen nicht mehr so sehr über unsere Dummheit zu ärgern! Und vielleicht kommen wir sogar drauf, dass die Anderen, Dummen, gar nicht so dumm sind ...

 

Wissen kommt von außen. Weisheit von innen.

Warum Weisheit nur jeder für sich erreichen kann? – Weil Weisheit  etwas ganz Anderes ist als Wissen. Wissen lernen wir uns an. Es kommt also von außen und wir legen es in unserem denkenden Kopf ab. Auch übrigens, wenn wir Weisheiten von anderen Menschen, aus Büchern, Philosophien und Religionen annehmen, sind sie für die Urheber zwar Weisheit, für uns aber immer noch angelerntes Wissen, das wir wiederum an andere als Wissen weitergeben können. Das ist nicht unbedingt schlecht und es erweitert definitiv den Horizont. Trotzdem ist es wichtig, diesen Unterschied wahrzunehmen. Dann nämlich kann man zumindest anfangen, die Weisheiten anderer im eigenen Leben zu überprüfen. Und dann ... vielleicht ... tut sich auch der Zugang zur eigenen Weisheit auf. Und dieser Zugang geht – im Gegensatz zum Wissen – nach innen. Ist er geöffnet, kann Weisheit von innen aufsteigen.

 

Unaufdringliche Gewissheit

Und das fühlt sich ganz anders an als Wissen. Ja, Weisheit FÜHLT sich an. Und du hast sicher schon mit ihr Bekanntschaft gemacht, wenn auch vielleicht unbemerkt. Sie ist nämlich nicht vorlaut, sondern vornehm leise und hat etwas in sich Ruhendes, eine Gewissheit ohne Bewertung, dieses plötzliche Gewahrsein darüber, dass etwas ist, wie es ist. So wie Wasser von oben nach unten fließt und wie die Birke im Herbst ihre Blätter abwirft. Punkt. Daraus entsteht eine große innere Stärke und zunehmende Gelassenheit. Ein wichtiges Indiz dafür, dass du tatsächlich auf ein Stück Weisheit gestoßen bist, ist übrigens deine eigene Überraschung – sofern du darauf achtest. In einem Moment der Weisheit fallen plötzlich deine Überzeugungen und deine Geschichten weg. Mit einem Schlag ist alles klar und überraschend einfach. Zumindest in diesem einen konkreten Punkt. Denn Weisheit ist üblicherweise nicht plötzlich zu hundert Prozent da, sondern kommt stückchenweise. – Obwohl es auch da sicher Ausnahmen gibt.

 

Vorsicht, Falle!

Große Verwechslungsgefahr besteht zwischen Weisheit und Glaubenssätzen. Diese fühlen sich komplett wahr und vernünftig an und vermitteln auch eine Art der Sicherheit, halten uns aber oft in Lebenssituationen fest, die uns nicht gefallen, oder verstellen uns zumindest die klare Sicht auf das, was ist. Immer und immer wieder. Glaubenssätze beruhen eben nicht auf innerer Weisheit, sondern auf vergangenen Erfahrungen,  auf erlernten Denkmustern oder auf Selbstmanipulation. Auch sie sind nichts Schlechtes, oft sogar lebenswichtig. Aber sie haben eben mehr mit Glauben zu tun als mit Weisheit.

 

Wahrheit ist die Tür zur Weisheit

Eine wichtige Voraussetzung, um innere Weisheit zu finden, ist Wahrheit. Wie soll ich schließlich irgendetwas erkennen und zu einem weisen Schluss kommen können, wenn ich das, was wirklich ist, gar nicht sehe? Dabei geht es übrigens gar nicht um irgendwelche absoluten Wahrheiten, sondern auch nur um die eigene innere Wahrheit. Und die traut sich oft erst dann ans Licht, wenn sie sich auch willkommen fühlt. Hier kann übrigens die Technik des Raumhaltens sehr schnell die Türen öffnen. – Die Türen wohin? Dorthin, wo auch die Weisheit sitzt. Die nämlich kommt aus dem anderen Bereich unseres Seins: Dort wo die Kreativität wohnt, die Sinneswahrnehmungen, die Emotionen und die inneren Bilder. Auch die Träume zum Beispiel. All die Dinge also, die wir oft als unwichtig abtun und denen wir nur wenig Zeit und Aufmerksamkeit widmen. Genau dort findest du deine eigenen Antworten, und dort bringen dich meine Fragen hin.

 

 

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